Der Abbruch und meine Rückkehr

Aufgrund von Covid-19 mussten alle Freiwilligen der VEM frühzeitig (4 Monate früher) unseren freiwilligen Dienst abbrechen.
Ich habe Samstags mit einer deutschen Freiwilligen noch Witze gemacht, wie blöd es wäre, wenn wir früher gehen müssen, am Sonntagabend zu meiner besten Freundin gesagt, dass ich Angst habe, dass ich ein oder zwei Monate früher gehen muss und dann kam am Montag die Nachricht, dass unser Freiwilligendienst abgebrochen werden muss. Ein Tag später erhielt ich das Ticket für meinen Flug am Samstag in der Hand.
Dieser Montag war eines der verrücktesten Tage. Morgens habe ich VEM angeschrieben und gefragt, ob wir damit rechnen müssen, dass wir evtl. früher abreisen. Die Antwort war nein. Zwei Stunden später hat das BMZ veröffentlicht, dass alle weltwärts Freiwilligen nach Hause gehen sollen und kurze Zeit später wurde Ema und Felix eröffnet, dass sie wirklich nach Hause müssen. Daraufhin haben Jo und ich uns dann auch keine großen Hoffnungen mehr gemacht, dass wir noch bleiben, obwohl das vier Stunden vorher noch der Fall war. Am Abend haben wir dann auch unsere Bestätigung auf unsere Rückreise bekommen.
Nun hatten wir nur noch 4 Tage in Südafrika.
Am Dienstag haben wir dann noch ein paar Souvenirs gekauft und ich habe mir noch ein Ohrring gestochen. Mittwochs haben wir eine Abschlussfeier mit unseren Aftercare-Kindern vorbereitet und donnerstags haben wir uns von unseren Kollegen verabschiedet. Freitag habe ich dann die letzten Erledigungen gemacht und Samstag war ich auch schon am Flughafen.
In dieser Woche habe ich höchstens 4 Stunden in der Nacht geschlafen und ich habe auch von Dienstag bis Freitag bei Lucy geschlafen, weil ich Angst davor hatte allein zu sein. Als ich dann im Flieger saß, war ich einfach nur froh, dass diese stressige, nervenzerreißende Woche um ist und ich wenigstens meine Familie früher als gedacht wiedersehe.
Im gesamten konnte ich aber gut mit dieser schnellen Rückreise abschließen. Ich habe mich vor Ort mit gutem Gewissen verabschieden können und bin in Deutschland mit dem Blick auf eine etwas anders als geplante Zukunft angekommen.
Durch meine Familie, viel Austausch mit anderen Freiwilligen und Freunden habe ich auch jetzt hier in Deutschland keinen Nervenzusammenbruch erlitten und kann mittlerweile auch sagen „vielleicht war es ja von Gott so geplant“.

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