Upendo means love

Nun bin ich ein paar Monate hier am arbeiten und hab schon einiges erzählt. Ich würde aber gern nochmal konkreter über mein Projekt berichten. Tag für Tag bekomme ich nämlich einen besseren Ein- und Überblick.

Upendo wurde 2005 von Dorthe Davidsen Langås (dänische Missionarin) gegründet. ‚Upendo‘ ist ein Wort in Suaheli und bedeutet ‚Liebe‘. Heute umfasst das Projekt für Frauen drei verschiedene Teile: die Schule, den Laden und die Werkstatt.

Die Idee von Upendo ist es Mädchen/Frauen in Zanzibar darin zu bestärken gegen Armut zu kämpfen, indem sie in Nähen, Wirtschaft und Lebensthemen unterrichtet werden. In Upendo werden Mädchen/Frauen aus verschiedenen Religionen für Trainings in Unternehmerschaft, sexuelle Gesundheit, Rechte und geschlechtsspezifische Gewalt zusammengebracht.

Manche Frauen lernen außerdem über VICOBA, ein Banksystem, das das gesamte Dorf ökonomisch unterstützt. In Upendo gibt es viele Kleingruppen, die sich einmal in der Woche treffen. Sie holen sich dann die große Geldkassette, die mit 3 oder 4 Schlössern verschlossen wird. Verschiedene Frauen haben jeweils einen der Schlüssel. Sie öffnen die Kasse, zählen das Geld, zahlen Geld ein und/oder lassen sich welches auszahlen. So können Teilnehmende Geld ansparen oder Kredite aufnehmen, um zum Beispiel das eigene Business zu starten oder hohe Krankenhauskosten begleichen.

Die Upendo-Schule hat drei Klassen: Level eins, Level zwei und Stickerei. Level eins und zwei sind jeweils einjährige Kurse und starten zum Anfang des Jahres während Stickerei drei Mal im Jahr für jeweils drei Monate stattfindet. Seit dem Beginn haben über 700 Frauen einen Abschluss bei Upendo gemacht. Die Frauen sind zwischen meist 15 und 30 Jahren alt (es gibt aber auch immer ältere). 2/3 dieser Frauen sind Musliminnen und 1/3 sind Christinnen.

In 2007 haben die ersten Absolventinnen die Werkstatt (Workshop) eröffnet, um ein eigenes Einkommen zu bekommen. Im Laufe der Jahre ist diese Gruppe gewachsen.

Die genähten Dinge aus dem Workshop werden im Shop an Tourist*innen verkauft. Durch die Nähe zum berühmten Coffeehouse kommen einige Menschen vorbei. Aber auch manche Tour-Guides machen einen Stopp beim Shop.

Upendo hat heute 13 Angestellte: 8 Näherinnen in der Werkstatt wovon eine als Verkäuferin im Shop ist, 2 Lehrerinnen, 1 in Buchhaltung, 1 Wächter und 1 Leitung (auf dem Beitragsbild sieht man das fast vollständige Team).

Aktuell wird Upendo von Danmission und der Kirche hier vor Ort finanziert. Das Ziel des Projektes ist es aber, dass es eigenständig bestehen kann und der Shop das benötigte Geld einbringen kann. Bis dahin ist es aber noch ein längerer Weg. Das Team beschäftigt sich aktuell viel mit dem Wachstum. Es gibt zum Beispiel Pläne einen weiteren Shop an einem anderen Ort der Insel zu eröffnen. Außerdem soll es bald eine Story über Upendo im Shop geben, die etwas transparenter macht was hinter dem Projekt steht.

In allen Aktivitäten rund um Upendo steht der Dialog im Vordergrund, um politische und religiöse Unterschiede zu beseitigen und zu lernen in Frieden und Interreligiösität zusammen zu leben.

 

Für diejenigen, die Instagram nutzen: unter @upendomeanslovezanzibar könnt ihr das Projekt ein bisschen mitverfolgen.

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