Die erste Woche

Meine erste Woche in Tanzania habe ich in Dar es Salaam verbracht. Jeder Tag war etwas anders gefüllt, ich versuche mal Stück für Stück zu berichten.

Samstag
Vom Flughafen aus wurden wir zum Atimanhouse gebracht. Hier wurden wir freundlich begrüßt, herum geführt und durften unsere Zimmer beziehen. Geschafft von der Fahrt sind wir ziemlich bald ins Bett gefallen. Ich bin aber super froh, dass wir pünktlich waren, alles Gepäck angekommen ist und wir auch den Fahrer direkt gefunden haben.

Sonntag
Am nächste Morgen wurde ich um 5 Uhr von einem Hahn geweckt. Anschließend konnte ich Geräusche hören, die ich dem ersten muslimischen Gebetsruf zuordnen würde. In meinen bisherigen Wohnungen waren dies nie die Geräusche, die mich geweckt haben. Da ich aber noch nicht so viel geschlafen habe, war ich ganz froh mich nochmal umdrehen zu können. Nach einem weiteren Schläfchen, einer schönen kalten Dusche und einem gemeinsamen Frühstück sind wir selbstständig zum Lutherhaus gegangen, was nur max 5 min entfernt war. Dort haben wir Almut und Ingo getroffen, die seit ca 2 Jahren (genauer hab ich es wieder vergessen) in Daressalam wohnen und unter anderem für die deutsche Gemeinde hier zuständig sind. Gemeinsam sind wir zum Gottesdienst gefahren, der ausnahmsweise bei einer Familie zu Hause stattfand. In einer Art Wintergarten (für sommerliches Klima mit Moskitoschutz) haben wir Gottesdienst gefeiert. Anschließend gab es Essen und die Gelegenheit für Gespräche. Ich fand es total spannend zu erleben, welche Leute in der Gemeinde sind, warum sie hier in Daressalam sind und welche Geschichte sie mitbringen. Neben 2 Freiwilligen, die am Ende ihrer Zeit sind, haben wir Familien getroffen, die als Ärzte hier sind, die im Nationalpark arbeiten oder die planen mal nach Deutschland zu gehen oder eine Weile dort gelebt haben.
Nachmittags wurden wir dann wieder zurück gebracht. Auf dem Rückweg haben wir versucht unsere ersten Tansanischen Schillinge abzuheben. Bei manchen hat es geklappt, bei anderen leider nicht. Ich hab zwar Geld bekommen, allerdings nur wenig im Vergleich zu den hohen Gebühren. Beim nächsten Mal würde ich mich mehr informieren. Vielleicht lag es aber auch an der Bank.
Die Tansanischen Schilling gibt es in Scheinen (10.000, 5.000, 2.000, 1.000, 500) und in Münzen (500, 200, 100, 50). Der Wechselkurs ist natürlich immer unterschiedlich. Leicht zu rechnen ist 2.500 TZS als 1€. Wenn ich also 40€ abheben, ist mein Portemonnaie ordentlich voll und ich fühle mich super reich. Gleichzeitig bezahle ich natürlich mehrere 1.000 TZS, wenn ich etwas bezahle.
Nachdem wir uns im Hostel etwas ausgeruht haben, sind wir selbst losgezogen. Wir haben versucht an anderen Automaten Geld zu bekommen, uns im Verkehr zurecht zu finden und letztendlich etwas zu Essen zu finden. In einem kleinen Restaurant haben wir alle etwas leckeres gefunden. Mein erstes richtiges tanzanische Essen war Chips Mayai – Pommes und Eier zu so einer Art Pfannkuchen oder Omlett. Sehr lecker!
Abends waren wir noch vor der Dunkelheit zurück. Die beginnt deutlich früher. So um 19 Uhr ist es total dunkel. Bleibt uns aber noch genug Zeit für Skat und Unterhaltungen. Ich bin aber früh ins Bett gefallen.

Montag
Nach dem Frühstück haben wir unsere Zimmer wieder geräumt. Zu Fuß haben wir uns auf den Weg zum UEM Büro gemacht. Das Regionalbüro der VEM für Afrika liegt in Daressalaam. Hier haben wir verschiedene Leute getroffen, über unsere Workpermits und die Fahrten zum Sprachkurs und in die Einsatzstelle gesprochen. Außerdem haben wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht, um eine tanzanische Sim-Karte zu kaufen und einzurichten. Nun habe ich also wieder mobile Daten sowie eine Nummer für regionale Kontakte.
Zur Mittagspause sind wir in ein tanzanisches Restaurant gegangen und ich habe Ugali bestellt. Ugali ist ein Maisbrei, der glaube ich ziemlich typisch und super sättigend ist.
Nachdem wir im UEM-Büro fertig waren, haben wir uns mit Almut auf den Weg zu ihnen nach Hause gemacht. Bis Samstag werden wir bei ihnen wohnen. Da sie in Kigamboni wohnen, sind wir mit der Fähre rüber gesetzt. Anschließend haben wir uns ein Bajaji genommen. Bajajis sind umgebaute Motorräder, so dass hinten ca 3 Leute drauf passen. Ähnlich wie diese Fahrradtransporte, die es in großen Städten gibt.
Bei Almut und Ingo haben wir es uns gemütlich gemacht und den Tag mit Spielen ausklingen lassen.

Dienstag
Nun war etwas Zeit zum Ausschlafen, was echt gut tat. Wir haben gemütlich gefrühstückt und sind dann gemeinsam mit Almut einkaufen gefahren. Dafür mussten wir mit dem Auto bis zur Fähre. Dort müssen alle bis auf die fahrende Person aussteigen. Wir haben uns also selbst ein Ticket gekauft und uns allein nach oben gesetzt. Auf der anderen Seite der Fähre haben wir sie dann wieder getroffen.
Einkaufen waren wir in einem riesigen Supermarkt, der viele für mich bekannte Marken hat. Es war aber auch ein Laden, in den eher europäische Leute einkaufen gehen und für mehr Geld extra hertransportierte Waren bekommen.
Anschließend waren wir in einer großen Halle, in der Bilder gemalt und verkauft wurden. Zuerst dachte ich, dass mir Kunst nicht so zusagt. Als wir aber durchgeschaut haben, hat mich das doch beeindruckt. Rundherum wurden Bilder hergestellt und wir konnten sehen, wie sie Schritt für Schritt entstehen. Zum Glück war unser Gepäck voll und Die Zeit bis zur Abreise ist noch lang…
Abends wurde lecker indisch gekocht und wir haben gemütlich zusammen gesessen.

Mittwoch
Heute sind wir schon früh aufgebrochen. Den Weg zur Fähre haben wir diesmal mit einem Daladala zurückgelegt. Das Daladala ist ein Linienbus, allerdings etwas kleiner als die in Bochum.
Dort angekommen hat Ingo uns und dem Besuch von anderen aus der deutschen Gemeinde eine historische Stadtführung gegeben. Wir haben uns die Stadt mit Blick auf die deutsche Geschichte angeschaut. Insgesamt ist dies vielleicht nochmal einen eigenen Blogeintrag wert. Zum Abschluss waren wir in einem Hindutempel.
Danach gingst weiter zum shoppen. Kariakoo ist ein Viertel, welches relativ dicht bebaut ist. Heute zählt dieses Viertel als Einkaufsviertel und hat den Ruf: „Was es in Kariakoo nicht gibt, gibt es auf der Welt nicht“. Das ist natürlich Quatsch, beschreibt aber die Vielzahl der Möglichkeiten. Wir sind in ein Haus gegangen, in dem es wie auf einem riesigen, engen Markt aussah. Von Küchengeschirr über Gartensachen, Gewürzen war alles mögliche dabei. Die Etage tiefer hat mich am meisten beeindruckt. Es gab verschiedenes Obst in großen Mengen. Ich habe noch nie so viele Bananen auf einen Haufen gesehen!
Nachdem wir einmal rumgeschaut haben, sind wir weiter zum Stoffmarkt. Hier grenzen Stoffläden an Stoffläden – mein Paradies. Es gab so viele schöne Stoffe, die hier Kitenge genannt werden. Da ich mein Gepäck aber erstmal nicht weiter füllen wollte und noch genug Zeit habe, konnte ich mich von Käufen fernhalten. Fürs erste jedenfalls..
Nach dieser Shoppingtour sind wir wieder zurück. Meine Füße haben die Tour deutlich gemerkt, was ja zu einer guten Tour dazu gehört.
Auf dem Rückweg haben wir uns mpesa eingerichtet. Das ist ein ziemlich beliebtes Prinzip für die Handysimkarten. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man Geld auf das mpesa-Konto laden. Dieses Guthaben kann man nun entweder für SMS, Anrufe und Telefon benutzen. Man kann aber auch Geld an Leute senden oder im Geschäft damit bezahlen. Ich bin mal gespannt, wie (viel) das so läuft. Klingt aber sehr praktisch.

Donnerstag
Nach so vielen neuen Eindrücken, dem anderen Klima und dem vielen unterwegs sein haben wir uns einen freien Tag gegönnt. Mit Ausschlafen hat der Tag begonnen und ging mit Strand, Skat, Armbänder knüpfen und in der Hängematte liegen über. Wir haben die Gemeinschaft genossen und aufgetankt. Wäsche waschen und kochen war aber auch ein Teil des Tages.

Freitag
Caroline, eine Co-Workerin der VEM war mit ihren Kindern zu Besuch. Sie wohnt schon lange in Tanzania und hat uns von ihren Etappen hier erzählt. Da sie einige Einsatzstellen kennt und selbst dort gearbeitet hat, konnte sie uns noch ein paar Fragen beantworten. Mittags haben wir uns dann gemeinsam auf den Weg zum Kijiji, einem Beach Resort in der Nähe, gemacht. Dort gibt es einen Pool und Strand. Wir konnten uns abkühlen und nochmal ein bisschen Urlaub genießen. Zum Mittagessen hab ich ne Pizza bestellt. Allerdings wurde sie ohne Tomatensoße gemacht, was es nochmal zu einer neuen Erfahrung gemacht hat. Der Geschmack ist doch sehr anders.
Abends haben wir mit Almut den Abend verbracht, so eine Art Acitivity und andere lustige Spiele gespielt. Das ist wirklich ein Segen bei ihnen zu wohnen!

Samstag
Heute wurden wir früh abgeholt und zum Bus gebracht. Es steht eine ca 4stündige Fahrt nach Morogoro bevor, wo wir dann unseren Sprachkurs haben. Ich freue mich schon drauf!

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