Graduation

Am letzten Samstag hab ich meine erste Graduation erlebt. Ich habe den Eindruck, dass der Abschluss eines Schuljahres hier nochmal eine ganz andere Bedeutung hat. Wenn ich mich richtig erinnere, hab ich nach der Grundschule und nach dem Abi gefeiert. Der Aufbau der Schule ist hier aber ganz anders. Immer, wenn man einen größeren Block abgeschlossen hat, gibt es eine Graduation. Und wenn es nicht die eigene ist, dann geht man zu den Freund*innen, um mit ihnen zu feiern. Das Schuljahr endet am Ende des Jahres und startet dann im Januar wieder neu.

So auch in der Nähschule in Upendo. Die Klassen gehen nur ein Jahr. Level 1, Level 2 und Stickerei haben ihre Prüfungen hinter sich gebracht. Nach den Prüfungen haben sie die Graduation vorbereitet, zu der die Familie eingeladen wurde. Sie haben im Vorfeld geprobt, Texte entworfen und den Raum dekoriert. Besonders am Tag davor gab es nochmal einiges zu tun.

Am Tag der Graduation selbst bin ich morgens ins Upendo gefahren, weil ich dachte, dass ich vielleicht noch helfen kann. Es gab aber (noch) nichts zu tun und wir saßen einfach im Büro rum. Nach und nach kamen immer mehr Menschen. Neben den 50 Schülerinnen waren ca. 50 weitere Gäste und ca 5 Mitarbeiter*innen dabei.

Die Veranstaltung wurde eröffnet, alle wurden von der Lehrerin herzlich willkommen geheißen. Nun gab es eine Abfolge vieler verschiedener Beiträge. Neben Reden von besonderen Gästen und der Managerin des Upendo war der Tag hauptsächlich gefüllt mit Tanz, Gesang und so einer Art Poetryslam. Die Schülerinnen haben mal allein, zu 2. oder in größeren Gruppen Beiträge vorbereitet. Dadurch war es total lebendig und fröhlich. Mein Highlight war eine Modenschau mit Kleidung aus dem Upendoshop. Sie haben so gut geschauspielert – besonders die beiden Mädels, die die Jungskleidung präsentiert haben. Ich fand es sehr witzig und es hat mich an verschiedene Jugendfreizeit-Situationen erinnert. Aber auch einige der vorgetragenen oder gesungenen Texte fand ich super cool. Allerdings habe ich immer nur Fetzen verstehen können. Ich habe aber so viel mitbekommen, dass sie die Texte über ihre Upendozeit geschrieben haben. Sie haben die Lehrerinnen und andere Mitarbeiterinnen erwähnt, was sie gelernt haben und wie schwer ihnen nun der Abschied fällt. Zwischen den Beiträgen wurde meist Musik gespielt. So konnte ich ein bisschen mitbekommen, welche Lieder gerade beliebt sind.

Zum Abschluss wurden alle einzeln aufgerufen und haben ihr Zertifikat bekommen. Anschließend wurden verschiedene Fotos gemacht und es gab was zu Essen.

Es war ein richtig schöner, lustiger, kreativer und auch etwas trauriger Tag. Seit nun fast 3 Monaten sehe ich manche Schülerinnen jeden Tag im Upendo. Nun wechselt es und manche kommen nicht mehr dort hin. Mal sehen, wer die neuen Schülerinnen sein werden. Ihre Graduation werde ich dann jedenfalls nicht mehr mitbekommen können. Nun genießen sie aber erstmal ihre Sommerferien.

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