Meine ersten zwei Wochen in Tansania

Hallo meinen Lieben,

 

jetzt bin ich mittlerweile schon zwei Woche in Tansania. Ich habe in der ersten Woche viel in Dar es Salam erlebt und nun versuche ich seit 1 Woche Kiswahili zu lernen in einer Sprachschule in Morogoro. So langsam realisiere ich, dass ich wirklich in Tansania bin.

Im Folgenden will ich euch ein bisschen von meinen letzten beiden Wochen berichten.

 

Nachdem die Einreise super geklappt hatte und wir alle unser Gepäck hatten sind wir zum Atiman House gebracht worden, ein kleines Hostel in Dar es Salam, wo wir sehr lieb empfangen wurden und die ersten beiden Nächte geschlafen haben. Mit wir meine ich Ella, Willi, Jenny, Lenard und mich, wir sind jetzt die ersten drei Wochen hier zusammen unterwegs und dann übers Land in Einsatzstellen verteilt.

Am Sonntag, 01.09. sind wir in die deutschsprachige Gemeinde eingeladen worden. Dort war dann erst Gottesdienst und anschließend gemeinsames Mittagessen. Es waren ungefähr so 20 Leute da. Den restlichen Tag haben wir die Stadt erkundet und uns abends ein Restaurant gesucht zum Essen, was sich etwas schwierig rausstellte. Nach längerer Suche sind wir dann aber doch fündig geworden. Was sich außerdem für schwierig rausstellt war Geld abheben, aber das hat sich zum Glück jetzt geändert.

 

Montags sind wir dann umgezogen zu Almut und Ingo, sie sind beide deutsche Pfarrer und haben ein großes Haus am Strand in Dar es Salam, wo wir genug Platz für uns hatten. Almut arbeitet auch bei der VEM und hat uns dann auch zum Büro der VEM gebracht. Wo wir dann alles Weitere zu unserer Weiterfahrt zum Sprachkurs und andere organisatorische Dinge geklärt haben, unteranderem haben wir dann gemeinsam unsere SIM-Karten gekauft und einrichten lassen. Wir haben mit Almut mittags zusammen gegessen in einem tansanischen Lokal. Es gab Ugali mit einer Fleisch- und  Gemüses0ße. In den meisten Lokalen hier fragt man einfach was sie heute dahaben, denn es gibt nicht immer alles was auf der Karte steht.

Almut und Ingo wohnen auf der Halbinsel Kigamboni in Dar es Salam, zu dieser kann man entweder ganz weit außen herumfahren oder mit der Fähre für 200 Schilling fahren, das sind umgerechnet weniger als 10 Cent. Es gibt tansanische Schilling in Münzform und Scheinform. Meist bekommt man beim Bankautomat 10.000 Schilling- Scheine. Man kann ungefähr rechnen 2500 Schilling sind 1 Euro.

Mittwochs hat Ingo mit uns und noch anderen Deutschen eine Stadtführung gemacht und viel über die Geschichte der Stadt berichtet.

Am Freitag haben wir dann eine andere deutsche Familie kennengelernt. Die Mutter Caroline ist auch Mitarbeitern in der VEM in Dar es Salam. Wir sind mit ihr und ihren Kindern in ein Beach Resort gefahren und haben dann den Tag am Pool und am Meer verbracht. Ein guter Tag um alle Gedanken und Eindrücke zu sammeln und beim entspannen zu verarbeiten.

Samstagmorgen wurden wir dann früh abgeholt um zum Busbahnhof gebracht zu werden für die Fahrt nach Morogoro. Am Luther Haus in Dar es Salam, wo auch den VEM ihr Büro hat, haben wir noch eine andere Freiwillige abgeholt, mit Leo teile ich mir hier in Morogoro auch ein Zimmer. Ein total liebes Mädchen, mit der ich schon viele schöne Gespräche abends hatte.

Nach 5 Stundenfahrt sind wir dann in Morogoro angekommen und haben erstmal gegessen, da wir für die Fahrt nur einen kleinen Sandwich hatten. Kurz nach uns sind dann auch die anderen 15 Freiwilligen aus anderen Organisationen dazu gestoßen und wir haben uns bei vielen netten Unterhaltungen besser kennengelernt.

Mein Zimmer ist sehr klein, aber das ist nicht so schlimm, wie sind meist sowieso draußen. In dem Zimmer stehen zwei Betten und ein Schrank und ein Schreibtisch. Das Bad ist auf dem Gang für den ganzen Gang. Am Anfang fühlte ich mich noch nicht so wohl, aber man gewöhnt sich schnell an kalt duschen und an Zähneputzen nur mit Trinkwasser. Das Gelände ist sehr groß und sehr schön angelegt.

Am Sonntag, 08.09., ging es dann für uns um 8:30 Uhr auf dem Schulgelände zum Gottesdienst. Auf dem Gelände ist auch eine Schule, die älteren Kinder kamen auch zum Gottesdienst. Der Gottesdienst ging 2,5 Stunden was für hier noch recht kurz ist. Im Gottesdienst haben wir uns auch kurz vorgestellt. Es wurde viel und laut gesungen. Es war sehr schade, dass der Gottesdienst Großteils auf Kiswahili war und es auch keine Liederbücher gibt, da jeder sein eigenes mitbringt und ich noch nicht dazu kam mir eins zu besorgen, sodass ich nicht mitsingen konnte und kaum was versteht. Aber das wird bestimmt besser, wenn wir die Sprache besser können und ich ein Liederbuch gekauft oder heruntergeladen habe.

Am Nachmittag hatten wir dann eine Vorstellungsrunde mit dem Team der Sprachschule und haben Infos über den Ablauf des Kurses erhalten.

 

Der Tag in der Sprachschule läuft eigentlich immer gleich ab. Um 7 Uhr gibt es Frühstück und um 7:45 Uhr beginnt dann der Unterricht mit einer kurzen Andacht, die in der ersten Woche von Lehrern und Pfarrern gehalten wurden und ab Montag müssen wir sie halten.

8:00 Uhr ist dann Unterrichtsbeginn mit meist Wiederholungen vom Vortag, danach bis zur Chai-Pause um 10 Uhr lernen wir neue Grammatik und Vokabeln. Nach der Chai-Pause haben wir nochmal 90 Minuten Unterricht und um 12 Uhr Mittagessen und Pause bis um 14:30 Uhr. Der Unterricht morgens findet mit der halben Gruppe statt also 10 Leute und nachmittags dann in Kleingrupppen von 3 Leuten und einem Sprachlehrer.

Mein Sprachlehrer morgens heißt Aloyce und meine Lehrerin nachmittags Happiness. Um 16 Uhr ist dann nochmal Chai-Pause, ab dann ist Freizeit beziehungsweise lernen, wiederholen und Hausaufgaben.

Bis jetzt ist Kiswahili noch etwas holprig bei mir. Ich musste erstmal das ganze System da hinter verstehen. Kiswahili hat ein paar Regeln, die eindeutig einfacher sind als im deutschen. Zum Bespiel gibt es keine Artikel, keine Fälle und sein ist „ni“ egal ob erste Person, zweite oder dritte und ob Singular oder Plural.

Generell sind alle Wörter in Klassen eingeteilt und man kann sie unterscheiden an dem Präfix des Wortes. Es gibt immer nur Vorsilben keine Wortendungen, die man anhängt. Manchmal hat man so viele Präfixe vorne am Wort, sodass dann der Wortstamm kürzer ist als die Vorsilben zusammen.

Nach einer Woche kann ich jetzt mittlerweile 3 Zeitformen, gut Adjektive bilden in Kombination eines Nomens, groben Aufbau kürzerer Sätze und einige Verben. Ich kann Begrüßungen und mich vorstellen.

Wir haben jede Menge Spaß dabei und helfen uns gegenseitig, wenn mal jemand etwas nicht ganz versteht.

Ich hoffe einfach, dass ich weiterhin alles verstehe und ich mir alles merken kann. Aber es wird noch ein bisschen dauern bis ich halbwegs Kiswahili kann und mich gut verständigen kann. Zwar machen wir viel in der knappen Zeit, aber wir werden nicht die ganzen Grundlagen schaffen.

Am Samstag, 14.09., sind wir morgens auf einen Masaimarkt gefahren. Masai ist eine eigene Kultur innerhalb Tansanias. Auf dem Markt konnte man einerseits schöne Stoffe kaufen und generell ihre speziellen Klamotten, aber anderseits gab es auch den Viehmarkt. Dort werden nicht nur Kühe und Ziegen verkauft, sondern auch geschlachtet. Das fand ich sehr eklig, wie die Ziege gehäutet und zerkleinert wurde.

Sonntags sind wir um 8 Uhr los um auf einen Berg in den Uluguru Mountains zu wandern. Es war sehr anstrengend, da der Aufstieg zwei Stunden steil nach oben ging. Aber dafür hatten wir auch eine super Aussicht und ein Picknick oben. Um 14 Uhr waren wir ungefähr wieder in der Schule und alle voll platt.

Generell spielen wir hier sehr viele Kartenspiele und sitzen dadurch abends immer zusammen und unterhalten uns viel.

Nächsten Samstag geht es dann zurück nach Dar es Salam und ich hoffe vielleicht auch mit meinem Work-Permit. Bis jetzt habe ich leider noch keine Arbeitsgenehmigung.

Am Sonntag fahren wir dann ganz früh morgens los nach Lushoto. Ich bin schon gespannt, wie da alles so ist und ob ich mich da gut einleben kann. Ich bin offen für alles und kann mich hoffentlich gut anpassen.

 

Danke fürs Lesen, vielleicht könnt ihr ja mal ein Kommentar schreiben, würde mich sehr freuen. Stellt auch sehr gerne Fragen, falls ihr welche habt.

 

Liebe Grüße aus Morogoro

Eure Hannah

6 Responses

  • Katrin

    Meine liebe Hannah!💕
    Danke für diesen langen Text! Ich habe mich gefreut, endlich wieder was von dir zu hören und zu erfahren, wie es dir denn nun in Tansania gefällt. Es freut mich total, dass bei dir alles gut ist und du anscheinend gut zurechtkommst. Da habe ich mir bis jetzt ganz umsonst Gedanken um dich gemacht 😉
    Es ist schön, dass ihr Ausflüge macht, sodass du was vom Land siehst und viele Erinnerungen schaffen kannst, die für immer bei dir bleiben werden.😊
    Ich vermisse dich und hoffe, dass es dir weiterhin so gut geht!
    Deine Katrin💞😘

    Antworten
  • Stefan Dunger

    Liebe Hannah, danke für die schöne Schilderung der ersten Wochen in Tansania. Viel Erfolg beim weiteren Erlernen von Kisuaheli. Bin gespannt, was du von Irente berichtest!
    Dein Papa

    Antworten
  • Richard

    Liebe Hannah,
    Eine schöne Schilderung Deiner ersten Wochen in Tansania und den damit verbundenen (kleinen) Hürden.
    Aber so wie es aussieht läuft alles gut, weiter so!
    Viele Grüße
    Richard

    Antworten
  • Katharina

    Liebe Hannah!
    Es freut mich zu hören, dass du da unten in Afrika gut versorgt bist. Ich hoffe das bleibt so und du machst noch viele weitere tolle Erfahrungen 🙂
    Liebe Grüße
    Deine Katharina 😘

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  • Antje

    Liebe Hannah,

    es hört nach einer tollen Gemeinschaft an, in der ihr euch dort befindet! Toll!
    Meine größte Herausforderung wäre sicher die Sprache.
    Wie siehts denn als Vegetarierin mit dem Essen aus? Kannst du auf das angebotene Fleisch verzichten?
    Ich freue mich für dich, dass du es bis dato gut vorfindest und wünsche dir weiterhin eine tolle Zeit. Ein bisschen möchte ich mit dir tauschen….

    Liebe Grüße aus dem Garten, der wohl die letzten sommerlichen Temperaturen hat,
    antje

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  • Christoph

    Hallo Hannah,
    das hört sich gut an. Es klingt so als hättest Du Dich eingerichtet. Ich habe noch mal die ersten posts nachgelesen und gedacht – gut, dass es die Angst gibt. Das schafft den Abstand und Respekt, der uns Menschen seit Jahrtausenden das Überleben ermöglicht hat. Und wie gut, wenn man die Angst überwinden kann, da wo es hilfreich ist.
    Wie gut, dass Du Dich Deinem neuen Zuhause nähern konntest 😀 und dann ist es wirklich schön geschrieben, Du hast einen sehr präzisen und gut zu lesenden Stil
    Alles Gute weiterhin

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