Familien Besuche

In meinem Projekt ist es vorgesehen, dass die Kinder nicht besonders lange im Peter bleiben können. Es gibt leider zu viele Kinder, welche auf der Straße leben. Deshalb müssen wir immer wieder „Platz schaffen“ für neue Kinder. Das bedeutet dass wir die Familien der Kinder ausfindig machen und dann sowohl die Eltern und die Kinder vorbereiten, so dass die Kinder wohlbehalten zurück in ihre Familien gehen können. 

Wir versuchen dann anhand der Beschreibungen der Kinder, die Familie zu finden. Dies ist gar nicht so einfach, weil sie oft außerhalb von Kigali wohnen in kleinen Dörfern und es keine wirklichen Adressen gibt an die wir uns orientieren könnten. 

Wir fahren dann oft raus für mehrere Stunden auf gut Glück die Familien auf zu finden. Für mich persönlich sind diese Roadtrips immer sehr interessant und ich sehe nicht nur andere Teile von Ruanda, sondern komme auch dem Leben und der Realität der Kinder näher. 

Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Familien leben. Oftmals mit dem absoluten Minimum, kein Essen, gerade so ein Dach über dem Kopf und eigentlich keinen persönlichen Gegenstände. 

Die Wohnungen oder Häuser, wenn man das so nennen kann, sind oftmals aus Lehm gebaut mit einem Dach aus Bananenblätter oder Wellblech. 

Es steht zu einem bedrückenden Kontrast von meiner Wohnung in der ich hier lebe, wo ich fließendes Wasser habe, Strom, Licht und ein gemütliches und trockenes Bett. 

Die meisten der Kinder schlaffen mit ihren Eltern und Geschwistern auf dem Boden.

Bei meinen Besuchen war es teilweise unterschiedlich aber die meisten der Jungs hatten Geschwister zuhause. Dann würden sie oftmals zu 6. oder 7. in einem Raum wohnen den man mit 4 Schritten durch queren kann. 

Gekocht wird im Grunde immer draußen über offenen Feuerstellen, wenn es was zu Essen gibt. Manche der Familien leben davon was sie selber anbauen oder aber von einem kleinen Gehalt kaufen können. 

Die Kinder müssen dann oft schon früh den Eltern helfen und können nicht mehr weiter zur Schule gehen.

Die Familiäre Situation ist aber nicht das einzige Problem, was wir versuchen in Erfahrung zu bringen. 

Manche der Kinder sind von zuhause weg gelaufen, nicht nur wegen finanzieller Probleme, sondern auch wegen Gewalt. Andere haben von zuhause gestohlen, als sie weg gelaufen sind. Dann müssen wir heraus finden, ob die Kinder zurück möchten oder die Eltern überhaupt bereit sind die Kinder wieder aufzunehmen. 

Außerdem versuchen wir in der Vorbereitung die Eltern davon zu überzeugen den Kindern weiter zu ermöglichen zur Schule zu gehen. Da dies finanziell für viele problematisch ist, versuchen wird dort auch zu helfen, mit Schulmaterial und gegebenenfalls das Schulgeld zu bezahlen.  

Es ist das erklärte Ziel meiner Kollegen den Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, deshalb gehört zu unseren Aufgaben auch die Nachbereitung, nach dem die Kinder wieder zurück gegangen sind, sprechen wir mit den Familien und bleiben im Kontakt um möglichst das Wohlergehen des Kindes zu garantieren. 

Es lässt mich immer nachdenklich zurück, wenn ich wieder eine der Familien besucht habe. Meine Realität und die Realität dieser Kinder könnte nicht unterschiedlicher sein. Für mich ist ein Glück dass ich die Möglichkeit habe auch diese anderen Lebensgeschichten kennen lernen zu dürfen. 

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